Zimmer der Dame zeigt: Ich war 0.doc
Installation
Ausstellung / exhibition «liebe kollegin», Kunstverein Wolfsburg, 2001
Zimmer der Dame, rekonstruierte Sitzecke aus dem Haus Müller, Prag (Arch. Adolf Loos) /
reconstructed lounge from Haus Müller, Prague (architect Adolf Loos)
Video
Ich war 0.doc / When I was 0.doc
Buch, Regie, Schnitt / script, directing, editing: Moira Zoitl
Kamera / camera: Moira Zoitl, Ralf Hoedt
Mit / with: Moira Zoitl
Dt / german, 6:30 min.
2001 © Moira Zoitl
dt/engl
Die österreichische Künstlerin Moira Zoitl setzt sich mit den Rollenbildern und Lebensläufen von anderen Frauen als auch von sich selbst auseinander. In ihren Arbeiten mischt sie selbst Erlebtes, historisch Rekonstruiertes und den Medien Entnommenes.
2001 baute sie das ‚Zimmer der Dame’ nach, das der Architekt Adolf Loos 1930 für das »Haus Müller« in Prag entworfen und gebaut hat, um darin ihre Videoarbeit ‚Ich war 0.doc’ zu zeigen. Das Video handelt von ihren Erinnerungen an die ersten zwei Jahrzehnte ihres Lebens. Es zeigt nicht nur ihre eigene Entwicklung in diesen Jahren, sondern auch, wie Erinnerungen konstruiert werden und wie bestimmte innere Bilder selbst nach vielen Jahren noch lebendig sind, beständig wieder auftauchen und die Selbstwahrnehmung beeinflussen. Indem Zoitl das Video im ‚Zimmer der Dame’ platziert, einem ursprünglich speziell für die Dame des Hauses konzipierten Raum, setzt sie ihre eigene Lebensgeschichte und ihr Selbstverständnis in Bezug zu althergebrachten Vorstellungen davon, was das Weibliche ausmacht.
Text: Julia Schäfer In: ART WORKS – Zeitgenössische Kunst, Band Autobiografie. Hrsg. Barbara Steiner, Jun Yang. Gerstenberg Verlag, Hildesheim.
engl
Austrian artist Moira Zoitl deals with different roles and biographies of women, including herself. In her work, she mixes self-experienced, historical reconstructed and media-transported elements. In 2001, she reconstructed the ‘Zimmer der Dame’ (Lady’s Room), a room designed and built in 1930 by the architect Adolf Loos for a house in Prague, in which to show her video piece ‘I was 0.doc’. The work is about the artist’s memories of the first two decades of her life. Besides her transformation through these years, what emerges is how one’s memories are constructed and how certain recollections survive, even after many years, and constantly resurface to impinge on one’s self-consciousness. By placing the work within the ‘Zimmer der Dame’, a room specially designed for ladies, Zoitl was linking her own autobiography and her sense of self with conventional ideas of what constitutes the feminine.
Text: Julia Schäfer From: ART WORKS – Autobiography. Catalogue edited by Barbara Steiner and Jun Yang. Thames and Hudson Ltd. London.